Friday, November 30, 2012

Kind of Scary

Man sieht sie hier ja jeden Tag x-mal, aber so recht habe ich mich noch nicht an den Anblick gewöhnt:



Wann immer ein Flieger (vermeintlich) auf ein Hochhaus zufliegt, kommen Erinnerungen an die 9/11-Anschläge hoch. Mehr als zehn Jahre ist es her, aber bis die Bilder in der kollektiven Erinnerung gelöscht sind, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Aufgenommen am "Alexandria House" in Old Town Alexandria; der Flieger ist im Anflug auf den Reagan National Airport ein paar Meilen nördlich.

Friday, November 23, 2012

Black Friday

Als "Black Friday" bezeichnen die Amerikaner den Freitag nach Thanksgiving, an dem die Retail Stores traditionell besonders gute "Deals" anbieten. Viele Geschäfte werden bereits um Mitternacht geöffnet und bieten ausgewählte Artikel stark reduziert an. Die Leute stellen sich Stunden vorher an, um eines der begehrten Schnäppchen zu erwischen.

Besonders groß ist der Ansturm bei Unterhaltungselektronik, so zum Beispiel bei "Sears", "Apple" oder beim "MicroCenter", oder wie hier bei "Best Buy" auf dem Rockville Pike:



Diese drei Kundinnen standen in der Schlange, um einen 40-Zoll-LCD-Fernseher zu kaufen, der für 179 Dollar angeboten wurde (regulär 419 Dollar):



Sie warteten bereits drei Stunden und hatten sich angesichts der zu erwartenden eisigen Temperaturen warm angezogen. Um dem Ansturm gerecht zu werden, hatte "BestBuy" angekündigt, gegen zehn Uhr "Tickets" auszugeben, mit denen man um Mitternacht eingelassen werden sollte.

Einer der Kritikpunkte am "Black Friday" ist die Tendenz der Stores, immer früher aufzumachen. Während die Geschäfte viele Jahre lang am Freitag Morgen um 6 Uhr öffneten, haben die großen Ketten die Öffnungszeiten in den letzten Jahren immer weiter vorverlegt. Zunächst bis auf Mitternacht, und in diesem Jahr - ausgelöst durch den "Walmart"-Konzern - vielfach bereits auf 20 Uhr. Das findet - selbst unter den konsumfreudigen Amerikanern - keine ungeteilte Zustimmung, vor allem wegen der damit verbundenen Abwertung des wichtigen Familienfeiertags Thanksgiving.

Sunday, November 18, 2012

Streets of Berlin

Letzten Donnerstag und Freitag war ich in Berlin und hatte ein paar Stunden Zeit, umher zu spazieren und Eindrücke zu sammeln. Es war neblig, grau und kalt und rund um das Gebiet zwischen Dom und Alexanderplatz reihte sich eine Baustelle an die andere. Genau richtig für ein paar Schwarz-Weiß-Bilder.


Bahnhof Alexanderplatz


Der Schlossplatz mit dem Berliner Dom


Figuren an der Spreepromenade


Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz


Berliner Rathaus und Fernsehturm


Mühlendamm, Richtung Leipziger Straße

Das letzte Mal habe ich im April 2006 in Berlin fotografiert. Damals wurde der Palast der Republik abgerissen; an seiner Stelle soll einmal das neue Berliner Schloss stehen; einstweilen vertreten durch die Humboldt Box. Damals wie heute war Berlin quirlig und fotogen und ich hoffe, irgendwann einmal etwas mehr Zeit zu haben.

Friday, November 9, 2012

Streets of D.C.

Von der Corcoran Gallery zur Deutschen Botschaft. Ein, zwei Kilometer. K, L, M Street People?




















Wednesday, November 7, 2012

Invitational Exhibit

Bei der Suche nach einem Titel für dieses Posting habe ich eine ganze Weile überlegen müssen. Alternativen wären "Rockville Pike", "Brooks Jensen Show", "Fotographers at the Factory" oder "Fotoweek DC" gewesen.

Worum geht's?

Am 11. November findet in der Multiple Exposures Gallery der Torpedo Factory der Empfang für eine Ausstellung statt, an der ich auch beteiligt bin. Ausgeschrieben wurde sie von einer Gruppe von Fotografen der TF, die sich "Fotographers at the Factory" nennt. Die Fotoshow besteht aus Bildern, die aus Anlass der FotoWeekDC im Rahmen einer Juried Show (also eines Wettbewerbs) ausgewählt wurden. Teilnehmen durften alle "akkreditierten" Fotografen der Torpedo Factory, also alle, die Associate oder Resident Artist oder aber Mitglied der Multiple Exposures Gallery sind. Eine kleine "Elite" von etwa 25 Fotokünstlern.



Das Besondere an der Show war nicht nur, dass sie im Rahmen der mittlerweile auch international Anerkennung findenden FotoWeekDC veranstaltet wurde, sondern dass sie von Brooks Jensen juriert wurde (u.a. dank der Überredungskünste meines Studionachbarn Craig Sterling). Brooks Jensen ist Herausgeber und Autor der Zeitschrift Lenswork und genießt internationale Anerkennung auf dem Gebiet der Fine Art Fotografie. Brooks ist auch Buchautor und hat sich auf kleinformatige Drucke und handgearbeitete Fotobücher spezialisiert.

Also ein großer Name, und diejenigen, die es in die Show geschafft haben, bilden sich natürlich was drauf ein (so auch ich ;-)

Was hat das alles mit dem "Rockville Pike" zu tun? Ganz einfach, das war mein Beitrag. Anstatt den vermeintlich risikoarmen Weg zu gehen und drei existierende, bewährte Stücke einzureichen, wollte ich was Neues für die Show machen und habe ich mich entschlossen, den Rockville Pike zu porträtieren. Dazu bin ich einen ganzen Tag bei sengender Sonne mit meinem kleinen Faltrad die zehn Kilometer lange, sechsspurige Straße auf- und abgefahren, um nach Motiven zu suchen. Ich hatte mir einige ästhetische Vorgaben ins Pflichtenheft geschrieben, etwa die ausschließliche Verwendung eines Weitwinkelobjektivs, das Fotografieren in Schwarz/Weiß, die Anwendung des in der E-M5 eingebauten "Dramatic Tone" Filters und die Tiefendarstellung mittels linearer Perspektive mit zwei Fluchtpunkten.

Das Ergebnis war meines Erachtens recht nah an der Außengrenze der FineArt-Fotografie, insbesondere wenn man sieht, wie oft die eingereichten Beiträge sich in der Nähe des Pictorialismus positionieren. Aber es hat offenbar funktioniert, denn eines der Bilder wurde angenommen (die ganze Serie zeige ich in einem separaten Beitrag):



Insgesamt wurden 29 Werke von 19 Fotografen angenommen. Beteiligt hatten sich 28 Fotografen: nicht alle haben es also geschafft, darunter auch ein paar "Etablierte".

Wenn ihr also am nächsten Sonntag noch nichts vorhabt, fühlt euch in die Multiple Exposures Gallery der Torpedo Factory in Alexandria, VA, eingeladen, und freut euch über eine ansehnliche Vielfalt an Bildern von einer der profiliertesten Gruppen von FineArt-Fotografen aus dem Raum DC! Es gibt Refreshments und der Eintritt ist frei. Da das Event auf allen einschlägigen Sites bekannt gemacht wird (PhotoWeekDC, Washington Post, Culturadar, etc.), ist damit zu rechnen, dass es voll wird. Auch die Torpedo Factory hat gleich zweimal gebloggt ("Details emerge, subtleties ripen": Fotographers at the Factory und Celebrate FotoWeek DC at the Torpedo Factory! - lesenswert!).

Ich selbst kann leider nicht kommen, denn ich bin in Deutschland. Was etwas unglücklich ist, denn es werden auch drei "Honorable Mentions" und ein "Best in Show" verliehen. Nein, Scherz beiseite, wer letzeren bekommt, weiß ich schon, auf auf die übrigen drei muss ich mir keine Hoffnungen machen! Dumm ist aber auch, dass ich die komplette FotoWeekDC verpasse, und mit ihr einige Shows und Seminare, an denen ich gerne teilgenommen hätte. Wie so oft im Leben muss mitunter Prioritäten setzen. bestimmt klappt es im nächsten Jahr.

Ach ja, und warum heisst es nun "Invitational Exhibit"? Ganz einfach, auf den Einladungen steht geschrieben: "First Annual Invitational Exhibit" der "Fotographers at the Factory". Man wird also A) eingeladen, um teilnehmen zu dürfen, und B) das Ganze findet im nächsten Jahr wieder statt.

War doch gar nicht so schwer, oder? ;-)

Monday, November 5, 2012

Sonnenuntergang am "Hemingway's"

Fährt man von Washington an die Chesapeake Bay, muss man kurz hinter Annapolis die Chesapeake Bay Bridge überqueren. Direkt dahinter befindet sich ein kleiner Flughafen und die Bay Bridge Marina, und an ihrem Ende steht ein Restaurant mit dem Namen "Hemingway's":



Es hat einen nette Veranda, einen Steg zum Wasser, eine Bar und einen schönen Restaurantbereich. Das Ganze in Kombination mit gutem Essen und einem tollen Ausblick auf die Bay Bridge:



Wir waren eine Woche vor Sandy hier, um ein paar Tage an der Bay zu verbringen, und nachdem der Besuch auf dem Hinweg sehr schön gewesen war, wollten wir auch auf dem Rückweg einen Stopp im Hemingway's einlegen.

Das klappte allerdings nur noch mit Mühe, denn kurz zuvor hatte ein Leck geschlagener Propan-Tanker die Brücke vollständig lahmgelegt und für ein gigantisches Aufgebot an Feuerwehr, Rettungswagen und Hubschraubern gesorgt.

Wir konnten dem Stau in letzter Sekunde entgehen und fanden uns nach einigen Irrwegen tatsächlich am Hemingway's wieder. Zwar steckte auch die Hälfte des Personals im Stau, aber es hatten auch nur wenige Gäste den Weg bis zum Restaurant geschafft.



So hatten wir die einmalige Gelegenheit, die Stunden bis zur Aufhebung der Sperrung in der warmen Abendsonne und der beschaulichen Atmosphäre des fast leeren Hemingway's zu genießen:



Kann man eine dreistündigen Vollsperrung besser überstehen?

Irgendwann wurde der Verkehr wieder freigegeben und wir fuhren entspannt und ohne weitere Schwierigkeiten zurück nach DC.