Saturday, December 31, 2011

Die Fadenmethode

In Deutschland ist es mir noch nicht aufgefallen; hier habe ich es in letzter Zeit des Öfterenen gesehen: das Zupfen von Augenbrauen mit einem verzwirbelten Faden:


Diese, sehr alte, als "Fadenmethode" bezeichnete Technik stammt ursprünglich aus dem mittleren Osten und wird in westlichen Staaten zunehmend populär. Das obige Bild habe ich in der riesigen Mall in Tysons Corner aufgenommen. Die Kundinnen standen an dem kleinen Stand mitten im Hauptgang des Einkaufszentrums Schlange und hatten offenbar keinerlei Probleme damit, sich der Behandlung inmitten der Öffentlichkeit auszusetzen.

Weitere Informationen findet man hier oder hier.

Wednesday, December 28, 2011

How Cute II

Heute waren wir zufällig vor Ort, als die Red Pandas aus How Cute! gefüttert wurden:


Mit etwas Glück (und Futter) können die Burschen sogar ein paar kleine Kunststückchen vorführen, wie beispielsweise auf Kommando den Platz wechseln, sich auf die Hinterbeine stellen oder aus den Hand fressen.

Tuesday, December 27, 2011

Rosehill Drive

Weihnachtsbeleuchtung in unterschiedlichen Formen und Farben und ein grelles Glitzern an jeder Hausfassade, so stellen sich viele Deutsche die amerikanische Weihnachtsdekoration vor.

Dieses Bild wird auch ordentlich publik gemacht: in diversen amerikanischen Hollywood-Streifen (beispielsweise "Kevin allein zu Haus") erstrahlen die Häuser im Lichtermeer. In vielen Filmen wird das Bild des ehrgeizigen Amerikaners gezeichnet, dessen Ziel es ist, das "Wettrüsten" mit blinkender Fassadenbeleuchtung um die Krone des schönsten Hauses in der Nachbarschaft zu gewinnen - Stromkosten hin oder her.

Da stellt sich die Frage, ob dieses Bild der Realität entspricht, oder ob es sich doch nur um eine reine überzeichnete Hollywood-Fiktion handelt?! Bis zum gestrigen Abend hätte ich euch leider die Illusion der allgegenwärtigen blinkenden Häuser-Armada nehmen müssen, denn hier im Umkreis hält sich der Dekorationswahn sehr in Grenzen. Weihnachtskränze an der Häuserwand sind eher verbreitet als blinkende Lichterketten. Es gibt natürlich ein paar Häuser, die sich zu jedem Anlass eine besondere Deko einfallen lassen, aber das stellt eher die Ausnahme dar...! Auf unserer gestrigen Autofahrt haben wir dann aber doch ein amerikanisches Wohnhaus in unmittelbarer Nähe entdeckt, das unserer Meinung nach dem Weihnachts-Vorurteil durchaus gerecht wird.

Freunde des ultimativen Weihnachtskitsches aufgepasst!

Hier seht ihr ein paar unglaubliche Bilder von meinem neuem Weihnachts-Lieblings-Kitsch Haus:



Wir sind nur zufällig auf dieses Haus gestoßen, das in einer Seitenstrasse liegt: das Leuchten bis hinauf zur Hauptstrasse machte uns neugierig und wir fuhren hinein. Dieses Haus stellt wirklich alles mir bis dahin Bekannte in den Schatten und zeigt, dass es sie doch gibt: die ihrer Stromrechnung trotzenden Amerikaner, die ihr Grundstück in eine Art Weihnachts-Traumwelt verwandeln. Hier scheint jedenfalls ein grosser Disneyfilm-Freund zu wohnen! ;-)


Das Erstaunlichste: das Grundstück lädt durch Schilder zum kostenlosen Besichtigen ein - nur nach 22 Uhr soll man die Besuche einstellen! Ich kann euch sagen, dass es wirklich ein einmaliges Erlebnis ist, in fremder Leute Garten herum zu laufen und zur Weihnachtsmusik lauschend die bewegten Plastik-Luft-Figuren zu bestaunen.

(Ein Gastbeitrag von Nina)

Sunday, December 25, 2011

Family Shields

Am Washington Dulles Airport habe ich in einem Zeitschriften-Kiosk zufällig schwarze Plastikschilder vor Zeitschriften wie Penthouse, Hustler, etc. entdeckt:


Da ich das aus Deutschland nicht kenne, habe ich mich natürlich gefragt, was da wohl verdeckt werden soll:


Dank der schwarzen Abdeckung kann man nur noch den Titel und das Gesicht der auf dem Cover der aktuellen "Maxim"-Ausgabe abgebildeten Dame erkennen. Ich konnte meine Neugier natürlich nicht bändigen und habe kurz hinter die Zensurplatte geblickt (in Erwartung des Allerschlimmsten):


Hmm, das fand ich jetzt aber nicht so problematisch - die Dame ist ja noch nicht einmal nackt!

Was in den meisten Teilen Europas keinen Hund hinter dem Ofen hervor locken würde, scheint die Amerikaner immerhin so sehr aufzuregen, dass es in der Öffentlichkeit verdeckt werden muss. Ist das ein Musterbeispiel für die sprichwörtliche amerikanische Prüderie, die uns Europäern oft so befremdlich erscheint?

Es liegt mir fern, mich über die dahinter stehende Geisteshaltung oder die dadurch womöglich zum Ausdruck gebrachte Paranoia zu mokieren. Jedes Land mag seine eigenen Spielregeln über den Umgang mit dargestellter Sexualität haben und es wird gute Gründe oder doch zumindest gelebte Traditionen oder kulturell-religiöse Spielregeln geben, dies so und nicht anders zu tun. Bezüglich der Presse- und Medienfreiheit (bzw. der Zensur von Büchern und Zeitschriften) sind die USA natürlich unauffällig und spielen als demokratisches Land in der gleichen Liga wie viele (wenn auch nicht alle) europäischen Länder.

Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, dass die schwarzen Plastikschilder leicht euphemistisch als "Family Shields" bezeichnet werden. Vor einigen Jahren gab es beispielsweise landesweites Aufsehen, als ein Supermarkt in Arkansas das Cover der US Weekly verdeckte, auf dem Elton John und sein Lebensgefährte samt ihrem gemeinsamen Baby gezeigt wurden (Link1, Link2). Die dahinter stehende Kette soll erklärt haben, dass jeder ihrer Läden diese "Family Shields" besitze und sie in Eigenregie verwenden kann; der betroffene Laden selbst gab an, sie immer dann einzusetzen, wenn Kunden sich über ein Cover beschweren würden. Nach öffentlichen Druck wurde die betroffene Ausgabe allerdings später in allen Filialen der Kette unverdeckt verkauft.

Sucht man etwas weiter, stößt man auf Artikel, die sich für den Zusammenhang zwischen frühkindlichem Umgang mit Körperlichkeit bzw. Sexualität und Aggression bzw. ausgeübter Gewalt im Erwachsenenleben auseinandersetzen. Das geht häufig in die Richtung, dass es durchaus einen Zusammenhang zwischen unterdrückter Sexualität im Kindesleben und Gewalt bei Erwachsenen gibt (so wie ganz allgemein unterdrückte Wünsche auf Dauer zu Aggressivität und Gewalt führen).

Aber ob man - quasi in Stammtischmanier - den auf den ersten Blick verlockenden Kausalzusammenhang zwischen amerikanischer Prüderie und landesweit hoher Gewalt herstellen kann, möchte ich doch sehr bezweifeln. "Verlockend" für Schnelldenker natürlich auch deshalb, weil es "ja schließlich in den gewaltärmeren westeuropäischen Ländern diese Shields nicht gibt"!

Könnte es nicht auch sein, dass die Amerikaner angesichts der hohen Gewaltrate (die evtl. ganz andere Ursachen hat) überhaupt erst gezwungen sind, diese Schilder aufzustellen, um noch Schlimmeres zu verhüten? Oder dass beides überhaupt keine nachweisliche Korrelation hat, sondern dass Gewalt in einer Gesellschaft von unzähligen weiteren Parametern determiniert wird und die "Family Shields" ganz einfach Ausdruck irgendeiner traditionellen oder religiösen Haltung sind?

Das zu beurteilen, entzieht sich meinen Möglichkeiten. Dennoch bleibt angesichts der eigenen sozio-kulturellen Prägung natürlich ein gewisses Befremden angesichts der "Family Shields" bestehen...

Friday, December 23, 2011

I-495 Traffic

Der als Capital Beltway bezeichnete Interstate Highway 495 geht einmal um Washington herum. Jeder, der hier lebt oder arbeitet kennt und fürchtet ihn, denn sein Verkehr ist unberechenbar. Eines der schlimmsten "Nadelöhre" ist beispielsweise die Brücke über den Potomac zwischen Maryland und Virginia:


Hier staut sich der Verkehr jeden Morgen und Abend, und besonders schlimm ist es vor Feiertagen oder bei schlechtem Wetter. Zweimal fünf Spuren reichen offenbar nicht aus, den PKW-Verkehr zwischen Hauptstadt und umliegenden Städten zu bewältigen. Das Bild habe ich gestern Abend aufgenommen, auf dem Weg zum Flughafen, bei einsetzendem Nieselregen. No fun to drive here...

Wednesday, December 21, 2011

Container-Ankunft

Heute gibt es zur Abwechslung (und aus gegebenem Anlass) mal einen Artikel in eigener Sache. Am 14. November wurde mein gesamter Hausstand in 125 Kartons verpackt und zusammen mit dem Motorrad in einen 20-Fuß-Container verladen:


Nach langem Warten war gestern endlich der große Tag und der Container kam in meiner neuen Heimat an:


Das Siegel war unversehrt und wurde vom Fahrer mit dem Bolzenschneider geöffnet:


Die wichtigste Frage war für mich zunächst, ob die Tiger noch steht. Glücklicherweise ist alles gut gegangen und ich konnte sie genau so in Empfang nehmen wie ich sie vor fünf Wochen verabschiedet hatte:


Das Abladen der Kartons und Aufbauen der wenigen Möbelstücke dauerte drei Stunden. Danach war es an mir, die vielen Kartons auszupacken und ihren Inhalt an ihrem neuen Domizil zu verstauen. Vierundzwanzig Stunden und ein gutes Stück Arbeit später hat sich die Unordnung gelegt und das meiste ist verstaut.

Hier ein Blick in die neuen "Worldwide Potomac Adventures Headquarters":


Ich bin froh, dass ich meine Bücher wieder habe, meinen Drucker, mein Cinema Display, meine Nubert-Boxen, mein Werkzeug, und und und :-) Noch funktioniert nicht alles, aber das Schlimmste ist geschafft.

Monday, December 19, 2011

Baltimore - First Impressions

Baltimore ist mit gut 600.000 Einwohnern die größte Stadt Marylands. Bewegt man sich innerhalb des Gebiets um den Inner Harbor, sieht man eine nette Stadt mit einer kleinen Skyline und einem frisch renovierten Binnenhafen. Man trifft auf schicke Geschäfte und Restaurants, das National Aquarium, sowie Museen und Museums-Schiffe, die zur Besichtigung einladen. Südlich des inneren Hafens befindet sich auf einer kleinen Anhöhe der Federal Hill Park und bietet einen tollen Blick über die Innenstadt. An allen Ecken und Enden sind Geschäftsleute und Touristen zu sehen.





Schaut man sich den Wikipedia-Artikel von Baltimore an, zeigt sich ein etwas differenzierteres Bild! Die Einwohnerzahl ist in den letzten 50 Jahren um fast ein Drittel gefallen, so stark wie in keiner anderen amerikanischen Großstadt, die Kriminalität ist hoch und die Stadt kämpft mit Problemen wie Armut, Drogen und Gewalt. Baltimore gilt als eine der gefährlichsten Städte der USA!

Schon im Inner Harbor sieht man relativ viele Obdachlose und Bettler, und nur wenige Straßenzüge davon entfernt fand ich mich plötzlich in einer leicht verwahrlosten Gegend wieder, in der mich Gruppen von Jugendlichen von der anderen Straßenseite misstrauisch und tuschelnd beäugten. Ob bzw. wie gefährlich das war, vermag ich nicht recht einzuschätzen, aber mir war mulmig zumute und ich habe zugesehen, dass ich so schnell wie möglich wieder raus kam - insbesondere auch weil es langsam dunkel wurde.

Ich werde sicher noch öfter nach Baltimore fahren, um das Bild abzurunden. Wie gesagt, das waren nur die "First Impressions".

Saturday, December 17, 2011

How Cute!

Der Washingtoner Zoo ist ja für seine Riesenpandas bekannt. Aber - ehrlich gesagt - ich finde die gar nicht soo fotogen. Viel hübscher sind die kleinen Red Pandas, die im Gehege daneben wohnen:


Ich hatte zwar kein langes Tele dabei (welch Frevel, im Zoo!), aber von den 12 Megapixeln der E-P3 hinunter auf Webauflösung bleibt natürlich genug Spielraum für eine angemessene Ausschnittsvergrößerung:


Niedlich, die Burschen, nicht wahr? Sie allein lohnen schon fast den Besuch im Zoo. Wenn ihr weitere Fotos von roten Pandas sehen wollt, sucht einfach bei Google. Dort gibt es dutzende von Fotos, und eins ist niedlicher als das andere.

PS. In diesem Beitrag seht ihr, wie sie gefüttert werden.

Friday, December 16, 2011

Crystal Grottoes Caverns

Westlich von Boonsboro in Maryland befindet sich eine kleine, aber wie ich finde sehr beeindruckende Tropfsteinhöhle. Sie nennt sich Crystal Grottoes Caverns und kann per geführter Tour besichtigt werden. Der Eingang befindet sich gewissermaßen im Keller des Hauses auf dem folgenden Foto, das umfangreiche Höhlen- und Kavernensystem in dem unscheinbaren Hügel rechts daneben und dahinter:


Die Höhle ist in Privatbesitz und - wenn ich es richtig verstanden habe - lebt der Besitzer Jerry Downs und seine Familie von den Einkünften aus den Besichtigungen:


Angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Saisongeschäft handelt, dass in den kalten Monaten fast nichts abwirft und dem Umstand, dass diese gar nicht so weit vom reichen D.C. entfernte Region relativ strukturschwach ist und eine hohe Arbeitslosigkeit hat, sicher kein leichtes Unterfangen. Haus und Gelände haben auf mich einen leicht hemdsärmligen Eindruck gemacht, aber die Höhle ist grandios!

Eigentlich sollte ich gar nicht fotografieren, aber der Tour-Guide hat gleich mehrere Augen zugedrückt und so bin ich dann doch zu ein paar Bildern vom Inneren des Höhlensystems gekommen:




Als ehemaliger Nordharzer habe ich die Crystal Grottoes natürlich mit der Iberger Tropfsteinhöhle verglichen. Meines Erachtens spielen die Crystal Grottoes in einer anderen Liga! Diese großartige Ansammlung von Stalaktiten, Stalakmiten, Brücken, Wasserfällen und wie die über Jahrtausende entstandenen Gebilde alle heissen, sind so nicht annähernd in der Iberger Höhle zu finden!

Die Tour war sehr gut geführt, der Tourguide war ein junger, studierter Archäologe mit einer Leidenschaft für die Höhlen Marylands. Da zur Zeit meiner Ankunft niemand außer mir die Höhlen besichtigen wollte, war der Eintrittspreis etwas höher. Aber ich bekam eine sehr schöne Einzelführung und konnte tausend Fragen stellen. Am eindrucksvollsten ist mir die Situation in Erinnerung, als der Guide das Licht ausschaltete: In der Höhle ist es so dunkel, dass die Augen auch Minuten später nichts sehen - man ist innerhalb kürzester Zeit orientierungslos und wäre ohne Hilfe rettungslos verloren!

Als ich den Guide fragte, ob er selbst im Stockdunkeln wieder aus dem Höhlensystem heraus finden würde, wies er mich auf die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten hin. Man müsse sich "einfach" nur auf allen Vieren fortbewegen und dafür Sorge tragen, immer auf dem Schotter zu bleiben (mit dem die Wege beschüttet sind), dann würde man schon zu einem der Ausgänge kommen. Wir haben das natürlich nicht ausprobiert, sondern das Licht wieder angeschaltet und sind ordnungsgemäß hinter dem Haus wieder aus dem Berg heraus gekommen:


Insgesamt ein recht beeindruckendes Erlebnis, dass ich trotz eines gemischten ersten Eindrucks unbedingt weiterempfehlen würde. Weitere Infos und Bilder finden sich auf www.crystalgrottoescaverns.com.

Wednesday, December 14, 2011

Sekundär-Identitäten

Beim Fotografieren ist es immer lohnenswert, die Augen auch für die nicht so vordergründigen Motive offen zu halten.

Ein beliebtes Spiel ist es beispielsweise, Schatten zu fotografieren - oder besser gesagt, den Schatten eines Objekts zum Hauptgegenstand des aufgenommenen Bildes zu machen. Ebenso gut kann man die Spiegelung eines Objekts im Wasser, in einer Autoscheibe oder auf einer glänzenden Metalloberfläche fotografieren.

Solche modellartigen "Sekundär-Identitäten" eines Gegenstandes sind oft reizvoller als der Gegenstand selbst:


Dieses Bild entstand beispielsweise gestern in Baltimore und zeigt die Spiegelung des Barnes & Noble Stores im alten Kraftwerk im davor liegenden Hafenbecken (das vierte Bild in Baltimore - First Impressions. Man erkennt das Gebäude mit seinen Fenstern, die vier Schornsteine und die daran angebrachte Gitarre des Hard Rock Cafes.

Mit seinen plakativen Farben und den verzerrten Formen hat das Bild eine Anmutung irgendwo in der Nähe von Post-Impressionismus, Kubismus und Expressionismus.

Tuesday, December 13, 2011

Der Paw Paw Tunnel

Der Paw Paw Tunnel ist ein knapp ein Kilometer langer Tunnel entlang des C & O Canals. Er diente ursprünglich dazu, den Kanalbauern die als Paw Paw Bends bezeichnete Gruppe von Schleifen des Potomac Rivers zu ersparen und wurde im Jahr 1850 nach einer Bauzeit von 14 Jahren unter großen Mühen und Verlusten fertig gestellt. Der Bau des Tunnels war seinerzeit eine ingenieurtechnische Meisterleistung - und auch heute noch ist man als Besucher beeindruckt.

Wenn man den Tunnel durchqueren will, stellt man sein Auto am besten auf dem in der Nähe des Südeingangs gelegenen Parkplatz ab und marschiert den einen Kilometer langen Schotterweg zum Tunnel zu Fuß:


Der Tunnel ist vielleicht 6 Meter breit und 8 Meter hoch. Auf der rechten Seite befindet sich ein etwa ein Meter breiter Trampelpfad, der über ein durchgängiges Geländer zum Tunnel hin abgesichert ist:


Im Tunnel wird es schon nach kurzer Zeit sehr dunkel. Während man in der Nähe des Eingangs noch schemenhaft die Wände, den Weg und das Geländer erkennen kann...


...ist schon ein paar Meter weiter nicht viel mehr zu sehen.

Abgesehen von dem - wie es scheint unendlich weit entfernten - Licht am anderen Ende des Tunnels:


Hier ist es so dunkel, dass die Augen auch nach der Eingewöhnungsphase nicht mehr viel erkennen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man hat eine Lampe dabei und kann sich einigermaßen entspannt fortbewegen oder man tastet sich in völliger Dunkelheit entlang des holprigen, teilweise mit Pfützen übersäten Weges langsam und sehr vorsichtig am Geländer entlang. Letzeres ist natürlich das großartigere Erlebnis, wenn auch nichts für schwache Nerven; eine Durchquerung des Tunnels dauert dann etwa eine halbe Stunde.

Egal, auf welche Art man es macht, irgendwann erreicht man das nördliche Ende des Tunnels und wird mit einem schönen Ausblick auf den an dieser Stelle in eine kleine Schlucht eingebetteten Kanal belohnt:



Der Tunnel befindet sich in der Nähe des Örtchens Paw Paw, der Parkplatz zum südlichen Eingang ist hier. Die Anfahrt erfolgt entweder von Berkeley Springs über die 9 oder aus Richtung Cumberland über die 51. Die nach Kartenlage eventuell verlockende Anfahrt von der I68 im Norden über Little Orleans und die Old Orleans Road ist mit Vorsicht zu geniessen. Sie ist zwar schön, aber man fährt dabei viele, viele Meilen über unbefestigte Schotterpisten mitten durch den Wald.

Sunday, December 11, 2011

Gaithersburg Winter Lights Festival

In diesem Jahr findet vom 2. bis zum 31. Dezember im Seneca Creek State Park in Gaithersburg zum 16. Mal das "Winter Lights Festival" statt.


Das "Festival" ist eigentlich ein Rundkurs von 3 1/2 Meilen Länge, der von jährlich etwa 60.000 Leuten besucht wird. Entlang der markierten Route, die mit dem Auto im Dunkeln abgefahren wird, befinden sich etwa 380 bunt beleuchtete weihnachtliche Figuren, Bögen und Ornamente:





Der Parcours öffnet um 18:00 Uhr und schließt um 21:00 Uhr (am Wochenende eine Stunde später). Der Eintritt beträgt für gewöhnliche PKW 12 Dollar, für größere Fahrzeuge und am Wochenende ist es etwas teuerer. Wichtig: es wird nur Bargeld akzeptiert! Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa eine halbe bis eine dreiviertel Stunde und erfolgt nach Möglichkeit mit Standlicht oder ganz ausgeschaltetem Licht (was dank "Automatik-Einstellung" offenbar nicht bei jedem PKW funktioniert).

Wer ein Bild machen will, hält einfach entlang der Strecke an und fotografiert aus dem (oder durch das) Fenster. Das Verlassen des Autos ist verboten, denn es ist wegen der Dunkelheit viel zu gefährlich. Vorsicht ist geboten, weil einige Autos mit vollem Licht fahren, andere mit Standlicht, und wieder andere ganz ohne Licht. Insbesondere letztere sind nur schwer zu erkennen und können leicht übersehen werden.

Die Organisatoren empfehlen, das Festival innerhalb der Woche zu besuchen, denn am Wochenende soll es sehr voll sein. Wir waren am Freitag Abend da und haben gegen Ende unserer Tour einen kleinen Vorgeschmack auf den möglichen Zulauf am Samstag oder Sonntag erhalten:


Bis ca. 20 Uhr war der Verkehr am Freitag aber moderat und wir konnten beliebig oft anhalten, um Fotos zu machen.

Fazit: Das Winter Lights Fest ist eine nette Idee, die man so in Deutschland vermutlich nicht findet. Insbesondere Kinder werden ihren Spaß haben und sich an den beleuchteten und vielfach animierten Figuren erfreuen. Insgesamt ein nettes, unaufwändiges Event für die ganze Familie. Um Stress zu vermeiden, sollte man der Empfehlung der Veranstalter folgen und das Festival innerhalb der Woche besuchen. Die Einfahrt zum Park findet sich hier; weitere Informationen zum Festival finden sich auf der Website von Gaithersburg.

PS. Man kann den Park übrigens auch tagsüber besuchen:


Dann gibt es zwar kein "Festival" mehr, aber dafür ist der Eintritt frei und man kann das Auto verlassen und - bei schönem Wetter - einen tollen Spaziergang um den See machen.

Tuesday, December 6, 2011

The Wheaton Escalator

Laut Wikipedia findet man die längsten Rolltreppen der westlichen Hemisphäre (also im wesentlichen Nord-, Mittel- und Südamerikas) in der Wheaton Metro Station nördlich von D.C.

Mit einer durchgehenden Länge von 70 Metern sind die Rolltreppen durchaus beeindruckend. Wenn man sie fotografieren bzw. befahren will, muss man zunächst ein Ticket lösen, um die elektronischen Barrieren zu überwinden (am günstigsten zur Nachbarstation Forest Glen für knapp 2 $ ). Die Fahrt dauert handgestoppte 2:42 Minuten - vorausgesetzt, man bleibt auf der Stelle stehen.




Noch längere Rolltreppen gibt es in den U-Bahnen osteuropäischer Städte, beispielsweise in Prag, Moskau oder St. Petersburg.

Saturday, December 3, 2011

Impressionistische Fotografien

...bekommt man erstaunlicherweise relativ einfach hin.

Ihr fotografiert dazu einfach eine normale Straßenszene zur blauen Stunde. Aber anstatt ordnungsgemäß scharf zu stellen, stellt ihr die Motiventfernung falsch ein und erzeugt so ein unscharfes Bild. Mit ein bisschen Glück (und etwas Übung) bekommt ihr auf diese Weise Aufnahmen mit einer impressionistischen Anmutung (die tatsächlich viele der Kriterien impressionistischer Malerei erfüllen).


Weitere Beispiele findet ihr hier.

Tuesday, November 29, 2011

White's Ferry II

Im April habe ich schon einmal einen kleinen Artikel über White's Ferry gepostet. Nur leider war die letzte Flussfähre über den Potomac damals außer Betrieb und konnte nicht fotografiert werden. Das war letzte Woche anders, so dass die fehlenden Bilder nun nachgereicht werden können:



Monday, November 28, 2011

BIlder aus der Provinz

Hallo Leute, ihr habt es selbst gemerkt - auf Brobo Photo gab es lange nichts Neues mehr zu lesen!

Das wird sich nun ändern! Denn obwohl ein Teil meines Equipments noch auf dem Atlantik schippert (insbesondere mein geliebtes Cinema Display), bin ich selbst bereits über den großen Teich geschippert und lebe nun in den Vereinigten Staaten, in der Region nordwestlich von Washington, D.C.

Auf Potomac Adventures findet ihr zukünftig Artikel, die sich wie bei Brobo Photo um meine Fotografie drehen. Ob es wieder der bekannte Mix aus Bildgestaltung, Locations, Events und Reportagen sein wird, ist mir selbst noch nicht so ganz klar. Wahrscheinlich wird ein wesentlicher Schwerpunkt darin liegen, die Region um D.C. sowie andere Teile der USA zu erkunden und fotografisch festzuhalten.

Zum Start hier erst einmal ein paar schwarz-weiße Impressionen aus der Region um Poolesville, Maryland. Gewissermaßen als kleine Fingerübung zum aufwärmen.








Have fun and stay tuned!